Mühlenverband Rheinland
Willkommen beim Rheinischen Mühlenverband e. V.

Infoartikel

 

 Jahrestagung 2018  der DGM in Rheine

 

 

Die Mühlenvereinigung Westfalen-Lippe e.V., unsere Nachbarin im Nordosten, war dieses Jahr Gastgeber für die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. (DGM), die vom 22. bis 24.06. in Rheine stattfand. Gleichzeitig feierte der westfälisch-lippische Verband sein 25-jähriges Jubiläum, was zu einer großartigen Gesamtgestaltung geführt hat. Die zweitgrößte Stadt des Münsterlandes empfing die Mühlenfreunde in der Stadthalle an der Ems, direkt gegenüber der ehemaligen Emsmühle, die 1754 von Clemens August I. von Bayern als Bischof von Münster am Emswehr neu errichtet wurde. Den Rheinländern ist der Bauherr vor allem als Erzbischof von Köln und Erbauer des Schlosses Augustusburg in Brühl bekannt. Die Mühle arbeitete bis 1965 und dient heute der Stromerzeugung.

Emsmühle Rheine

Nach der Vorstandssitzung am Nachmittag begann abends die Auftaktveranstaltung im Saal der Stadthalle. Nach Eröffnungsrede und Grußworten entwickelte sich ein bunter Abend mit konzertanten Musik-Einlagen und fröhlichen Volksweisen des Hollicher Müllerchores. Das leibliche Wohl war durch ein üppiges regional geprägtes Buffet gesichert, wobei Geschäftsführer Willi Niemann besonders das Dessert aus in Rum eingelegten Pumpernickel-Bröseln empfahl. Von hoher Qualität war aber auch der Fachvortrag von Dr. Peter Theißen über die wenig bekannte Form der Hängemühle.

Salzsiedehaus in Bentlage

Die Mitgliederversammlung am Samstag fand im historischen Salzsiedehaus der ehemaligen Saline „Gottesgabe“ im Ortsteil Bentlage statt. In den Pausen bestand Gelegenheit, die bis 1922 in Betrieb befindlichen Siedepfannen sowie das Gradierwerk zu besichtigen. Neben der Abwicklung der Formalien stand die Verleihung des DGM-Preises 2018 aus der „Anneliese-Schücking-Stiftung“ an, die dem Pfarrer i. R. [?] Horst Fichtmüller für seinen unermüdlichen Einsatz zuteilwurde. Die 500 Euro Preisgeld kommen dem Verein zur Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Kultur e.V. zugute, der seit einigen Jahren den Wiederaufbau des Achtkant-Erdholländers in Greiffenberg (Angermünde) betreibt.

Einen umfangreichen Überblick über „Mühlen im Münsterland“ vermittelte der Fachvortrag von Dr. Andreas Eiynck. Zum brandaktuellen Thema „Datenschutzgrundverordnung“ gab es Informationen von Frau Silke Brammeyer, Datenschutzbeauftragte des Kreises Minden-Lübbecke, und Herrn Frank Breitenfeld vom Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke, die jedoch nicht alle Fragen beantworten konnten. Vor allem kann die DGM kein allgemeingültiges Muster für die Homepage-Gestaltung geben, da die Struktur der einzelnen Mitgliedsvereine sehr unterschiedlich ist, und auch keine klaren Ausführungsbestimmungen zur DSGVO vorliegen. Zur DGM-Jahrestagung 2019 hat der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern e. V. nach Demmin eingeladen, die Tagung 2020 wird in Bayern stattfinden.

Von den drei angebotenen Exkursionen am Samstagnachmittag führte Exkursion 1 unter Leitung von Dipl.-Ing. Norbert Liedmeyer zunächst zu Reinings Mühle in Hörstel, die 2004 saniert und vom Heimatverein Dreierwalde zu einer kulturellen Begegnungsstätte ausgebaut wurde. Die 1720 erstmals erwähnte Mühle generiert seit 1930 Strom über Treibriemen von der Turbine. Ein wahres Kleinod ist die für das Münsterland typische Doppelmühle Overmeyer in Hopsten-Halverde. Während die Getreidemühle 1928 erweitert wurde und über Turbine und Steingänge von 1910 verfügt, präsentiert sich die ebenfalls voll funktionsfähige Ölmühle im weitgehend originalen Zustand von vor 300 Jahren. Auf großes Interesse stieß daher die Vorführung des Ölschlags mit Kollergang und Stampfe, angetrieben vom unterschlächtigen Wasserrad.

Reinings Mühle

Kollergang in Halverde

Klostermühle Gravenhorst

Hollicher Mühle

Die Klostermühle Gravenhorst von 1651 präsentiert eine funktionsfähige Mühlentechnik von ca. 1955, das benachbarte Zisterzienserinnen-Kloster moderne Kunst. Die 1296 gegründete Abtei ist heute ein multikulturelles Kunsthaus, besonders für Ausstellungen regionaler Künstler, mit integriertem Café (hervorragender Stachelbeer-Kuchen). Die gotische Kirche wird noch als Pfarrkirche genutzt. Den Abschluss der Exkursion bildete der Achtkant-Gallerie-Holländer Hollicher Mühle, wo die sangesfreudigen altehrwürdigen Vereins­mitglieder für die Kornversorgung zuständig sind.

Im nahe gelegenen Denkmalpflege-Werkhof, wo tagsüber Langzeitarbeitslose historische Baustoffe sammeln und aufarbeiten, fand die Abschlussveranstaltung der Tagung statt. Ein reichhaltiges Buffet, frischgezapftes Bier, Wein und natürlich Korn sorgten für das leibliche Wohl der Mühlenfreunde, die sowohl durch flotte Musik der Hollicher Blaskapelle als auch den hervorragenden Service der Hollicher Mühlenfreunde zusätzlich aufgeheitert wurden. Dass außerdem auch die Gelegenheit bestand, das einzige siegreiche Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballl-WM auf einem großen Bildschirm zu verfolgen, unterstreicht die insgesamt hervorragende Organisation der gesamten Tagungs-Veranstaltung. Ein großes Kompliment und herzliche Gratulation an den Westfälisch-Lippischen Landesverband, besonderer Dank gilt den unermüdlichen Helfern von der Hollicher Mühle.

 

 Deutscher Mühlentag 2018  – Anlass zu einem Pfingstausflug

 

Wie jedes Jahr fand am Pfingstmontag wieder der von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. (DGM) ins Leben gerufene Deutsche Mühlentag statt, dieses Jahr zum 25. Mal. Bundesweit nahmen fast Tausend historische Mühlen teil, die meist von Privatleuten oder ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern liebevoll gepflegt werden, um die Zeugen einer jahrhundertealten Technikkultur der Nachwelt zu erhalten.

Auch im Rheinland hat das wunderbare Wetter so manchen Mühlenfreund oder interes­sierten Laien vom Sofa geholt und zu einem Pfingstausflug am Montag, dem 21.05. animiert. Immerhin hatten auch in der Region des Rheinischen Mühlenverbandes 58 Teilnehmer die Tore geöffnet, um einem zahlreich anrückenden Publikum die faszinierende Technik ihrer Mühle zu präsentieren.

Während im nördlichen Rheinland die Windmühlen überwiegen, trifft man im wasserreichen Bergischen Land vor allem auf Wassermühlen, die aber nicht nur zum lebenswichtigen Mahlen des Getreides eingesetzt wurden, sondern zu vielfältigen Anwendungen, wie dem Ölpressen, zur Papierherstellung, als Hammerschmiede und vielem mehr. Bis zur Erfindung der Dampfmaschine waren Wind und Wasser die einzigen technischen Energie-Quellen.

Lambertsmühle, Burscheid

Die mitten im Wald gelegene Lambertsmühle bei Burscheid versorgte über 3 ½ Jahrhunderte die umliegenden Dörfer mit Mehl und Brot. Hier wurde Pfingsten neben der Steinmahl-Technik auch altes Handwerk in einer Schmiede und Schusterwerkstatt präsentiert. Die fleißigen Helfer des Fördervereins waren vom Besucher­andrang überwältigt.

Auch im Restaurant Neuemühle bei Wermels­kirchen freute man sich besonders zur Mittags­zeit über zahlreiche Gäste, die nicht nur den Imbiss im Biergarten genießen konnten, sondern auch das erhaltene Wasserrad und Mühlengetriebe bewundern durften. Deutlich schlechter steht es um die Mühle in Odenthal-Stein, die sich nach Privatisierung einer mühlentechnischen Restaurierung entzieht. Ein lohnenswertes Ziel ist aber nach wie vor das Modellmuseum von Günter Blömer nebenan mit zahlreichen Mühlenmodellen.

 

Neuemühle

Steiner Wind- und Wassermuseum

Ein Beispiel anderer technischer Nutzung begegnet uns in der Spinnerei Braun & Brudes in Leichlingen, wo seit dem 14. Jh. wechselnd Harnische poliert, Griffschalen für Messer geschnitten wurden, eine Drahtzieherei und ab 1855 eine Wollspinnerei betrieben wurden. Von der Mühlentechnik sind nur wasserbauliche Einrichtungen erhalten, der Ort lädt zu Natur-und Kunstgenuss ein.

Auch für den Standort der Reuschenberger Mühle in Leverkusen, einem klassizistischen Klinkerbau von 1847, sind seit dem 15. Jh. Funktionen als Mahl- und Ölmühle, als Lohmühle und später noch als Holzschleiferei zur Papierherstellung überliefert. Seit 1930 dient die ehemalige Industriemühle der Stromerzeugung, und das tut sie noch heute, denn ein privater Besitzer betreibt mit dem Wasser der Wupper ein Kraftwerk mit zwei Kaplan-Turbinen. Erfreulich ist, dass er der Stadtgeschichtlichen Vereinigung Leverkusen Zutritt gewährt, unter deren sachkundiger und engagierter Führung auch Besucher am Mühlentag die historische Anlage mit moderner Technik erkunden dürfen.

Spinnerei Braun & Brudes

Reuschenberger Mühle, und was sie

früher in Schwung hielt.


Dass sich auch für kleine Anlagen heute wieder der Bau eines Wasserrades lohnen kann, belegt die Staelsmühle an der Kleinen Dhünn in Wermelskirchen. Am historischen Mühlengebäude ließ der Besitzer vor 6 Jahren ein neues eisernes Wasserrad mit gut 5 m Durchmesser einbauen, das auf der Innenseite des Gebäudes in einem kompakten Getriebekasten mit Generator Gleichstrom erzeugt, der gleich an Ort und Stelle in Drehstrom umgewandelt wird – seit Entwicklung der Photovoltaik ist die Transformator-Technik kostenmäßig akzeptabel. Die Romantik des Bachtales ist um dieses Objekt bereichert, und klappern tut hier höchstens einmal das Eis im Winter.

Soweit ein kleiner Ausflug in die so vielfältige Mühlenland­schaft des Rheinlandes, an einem Mühlentag.


Erstaunlich kompakt —
Technik der Staelsmühle


  

  Heimat NRW – 25 Jahre Mitglied NRW-Stuftung

Im Jahr 2016 wurde das nach dem Krieg neu gegründete Bundesland Nordrhein-Westfalen 70 Jahre alt. Gleichzeitig feierte die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege in Düsseldorf ihr 30-jähriges Bestehen, was man zu 100 Jahren addiert als Anlass nahm, ein Projekt „Meine Heimat NRW“ ins Leben zu rufen. Der international tätige und bekannte Fotokünstler Horst Wackerbarth ist mit seinem Markenzeichen, dem roten Sofa, seit eineinhalb Jahren im ganzen Land unterwegs, um in beeindruckenden Fotos die landschaftliche und kulturelle Vielfalt zwischen Rhein und Weser aufzunehmen. An tausenden von Lokalitäten entstand ein buntes Mosaik, das als Extrakt von ca. 100 Aufnahmen in einer Wanderausstellung ein Portrait des Landes zeichnet. (► http://heimat.nrw/#gallery;   http://meine.heimat.nrw/).

Mit einer andauernden interaktiven Installation als Teil des Projektes erweitert sich der portraitierte Personenkreis auf dem roten Sofa. Im Kulturzentrum Sinsteden des Rhein-Kreises Neuss gastierte die Ausstellung im Januar und Februar 2018. Die Aus­stellungsräume bildeten kürzlich den Rahmen für eine besondere Ehrung durch die NRW-Stiftung, die in den vergangenen Jahren auch zahlreiche Mühlenprojekte im Rheinland finanziell gefördert hat: Der stellvertretende Vorsitzende unseres Verbandes, Theo Nilgen, und seine Frau Helma wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft im Förderverein der NRW-Stiftung ausgezeichnet, wozu wir herzlich gratulieren. Die Geehrten durften dort auch auf der besagten roten Couch für ein Foto Platz nehmen und wurden gebeten, den Satz "Heimat ist..." zu vervollständigen. Die Antwort des Ehepaares Nilgen ist eines Vorstandsmitgliedes des Rheinischen Mühlenverbandes würdig und dürfte alle rheinischen Mühlenfreunde erfreuen:

"Heimat ist für uns der Niederrhein mit seinen Wind- und Wassermühlen"

© 2015 Horst Wackerbarth. Alle Rechte vorbehalten.

Horst Wackerbarth und der NRW-Stiftung danken wir für die Genehmigung zur Veröffentlichung.


  RMV-Jahresversammlung 2018 in Issum 

Die jährliche Mitgliederversammlung des Rheinischen Mühlenverbandes fand dieses Jahr am 03. März auf Einladung und unter Organisation des Fördervereins Herrlichkeitsmühle Issum e. V. statt. Obwohl am Morgen noch Eis und Schneeglätte den Autofahrern zu schaffen machten, hatten ca. 60 Mitglieder in den Bürgersaal der herrlichen Stadt Issum gefunden, wo bereits um 10:30 h eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfand. Diese war erforderlich geworden, weil eine Satzungsänderung aufgrund der Verlegung des Vereinssitzes nach Wegberg auf der vorjährigen Versammlung nicht die notwendige Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder finden konnte. Nunmehr war die einfache Mehrheit der Anwesenden ausreichend, die problemlos erreicht wurde.

Zum Auftakt der ordentlichen Mitgliederversammlung ließ es sich Bürgermeister Clemens Brüx nicht nehmen, die Mühlenfreunde zu begrüßen und ihnen ausführlich die Vorzüge der kleinen aber feinen Gemeinde Issum darzulegen. Er residiert übrigens in der Herrlichkeit 7-9, was sich von dem alten Territorial-Begriff für das Hoheitsgebiet eines Freiherren ableitet. Gleich neben dem Rathaus liegt das historische Haus Issum, das im 16. Jahrhundert errichtet wurde, aber schon 1366 als Wasserburg urkundlich erwähnt ist.

Heinz Friedrich Voortmann vom Förderverein Herrlichkeitsmühle Issum,
Bürgermeister Clemens Brüx und Vorsitzender Reinhold Pillich (von links).

Dank des Vorsitzenden an Josef Jörissen
für 25 Jahre hervorragende Vorstandsarbeit.

Nach den Berichten von Geschäftsführung, Kassenführer und -prüfer stand die alle 3 Jahre notwendige routinemäßige Wahl des Vorstandes an, mit Ausnahme des Vorsitzenden, der jeweils für 4 Jahre gewählt ist. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder hatten sich erneut zur Kandidatur gestellt und wurden mit einhelliger Mehrheit wiedergewählt. Zusätzlich wurden auf bisher nicht besetzte Positionen als Regionalvertreter in den Vorstand gewählt: Ralf Hewig aus Krefeld, der bisher als Internet- und Mühlentags-Beauftragter tätig war und weiterhin sein wird (Verbandsmitglied seit 1997) sowie Hartmut Hören aus Viersen-Dülken (Verbandsmitglied seit 2000).

Im Nachgang zur Verleihung des Rheinland-Talers (s. Artikel weiter unten) an das langjährige Vorstandsmitglied Josef Jörissen sprach ihm der Vorsitzende R. Pillich auch im Namen des gesamten Vorstandes den besonderen Dank für seine geleistete Arbeit aus und überreichte ein persönliches Präsent.

Die Aktivitäten des Rheinischen Mühlen-Dokumentations-Zentrum e. V. (► www.rmdz.de) erläuterte dessen stellvertretender Vorsitzender Dr. R. Kreiner aus Aachen als Gastredner in einem umfangreichen Vortrag. Der Schwerpunkt lag auf den Erkundungen zur technischen und historischen Entwicklung der Kalkarer Mühle am Hanselaerer Tor. Unter Mitarbeit des bekannten Mühlen-Experten Rüdiger Hagen aus Wedemark konnten anhand vor Ort erkundeter Spuren und durch Auswertung von  Archiv-Unterlagen Rissdarstellungen mit längst nicht mehr vorhandenen Maschinen angefertigt werden. Das Bild der Besitz-Verhältnisse der Mühle im historischen Verlauf musste erheblich revidiert werden.

Lang ist der Weg zu historischer Wahrheit. Dr. R. Kreiner erläutert als Gastredner die Arbeit des Rheinischen Mühlen-Dokumentationszentrum am Beispiel der Kalkarer Mühle.

In Issum werden die bedeutenden Sehenswürdigkeiten von der Straßenbeleuchtung ins rechte Licht gesetzt.

Als Neu-Mitglied vom südlichen Ende des Verbandsgebietes stellte Freifrau Sibylle von Nordeck sich und den Förderverein „Pro Obere Mühle Meckenheim“ vor, dem es in 15-jähriger Arbeit nun gelungen ist, die Mühle wieder zum Klappern zu bringen (► http://meckenheimer-muehle.de) .

Nach der wohlverdienten Stärkung mit einer kräftigen Suppe hatten die Mühlenfreunde die Möglichkeit, sich in der schindelbekleideten Herrlichkeitsmühle ausführlich über die dortige Mühlentechnik und die fachkundigen Restaurierungen, z. B. das neu eingerichtete Lichtwerk, zu informieren. Den Mitgliedern des Fördervereins sei für ihre geduldigen Führungen gedankt. Die Herrlichkeitsmühle wurde 1768 errichtet. Dementsprechend wird das 250-jährige Jubiläum am Pfingstmontag, dem Deutschen Mühlentag, mit großem Fest gefeiert. (► www.herrlichkeitsmuehle.de)

Vor, nach oder anstatt der Mühlenbesichtigung bestand die Gelegenheit, sich auf dem jährlich 4 Wochen vor Ostern stattfindenden Ostermarkt im Haus Issum und dem anschließenden Parkgelände umzusehen. Dass die Leute in Issum freundlich sind, bewies sich nicht zuletzt bei den mutig ausharrenden Händlern im Außengelände, wo die Wetterverhältnisse eher an einen Weihnachtsmarkt erinnerten. Der Markt überrascht mit hoher kunsthandwerklicher Qualität besonders der vielfältig gestalteten Ostereier. Neben einem gut gestalteten Info-Stand der Herrlichkeitsmühle konnte der Mühlenfreund auch zahlreiche rheinische Mühlenmotive auf fein bemalten Eiern finden.

Die lokale Presse informiert die Öffentlichkeit durch einen ausführlichen Artikel von Michael Scholten von der Scholten-Mühle in Rees, wie am Beispiel der Gelderner Ausgabe der RP-Online nachzulesen ist: (► http://www.rp-online.de/nrw/ staedte/geldern/issum-war- treffpunkt-fuer-muehlen- aktive-aid-1.7441137).

Frohe Ostern!


  In den Wind gestellt – Stiftung Historische Mühlen


Habers Mühle (NRW) © 2016 Roland Rossner

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzt sich als größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland ein. Die 1985 gegründete Stiftung fördert jährlich etwa 400 Projekte, bisher über 5.000 Denkmale mit über 500 Millionen Euro. Darunter befinden sich auch einige Mühlen im Rheinland. Beschreibungen der Projekte und Informationen über die geförderten Objekte finden sich in der Magazin-Zeitschrift „Monumente“, die von der Stiftung in 6 Ausgaben jährlich herausgegeben wird. In der Ausgabe 5/2017 erschien im Oktober ein Artikel von Bettina Vaupel mit dem Aufruf zur Erhaltung historischer Mühlen, der auch online zur Verfügung steht unter: (► Link).


Lambertsmühle in Burscheid © 2001 Marie-Luise Preiss

Besonderen Anlass zu dem Artikel gab die Erweiterung des Satzungszweckes einer treuhänderischen Mühlenstiftung. Im Jahr 2001 hat Horst-Dietmar Settler aus Bonn die „Mühlenstiftung Settler-Greißl“ gegründet. Das Erbe des Getreidehändlers Ludwig Greißl aus Rothenburg o. d. T. sollte Objekten aus seinem beruflichen Umfeld zugute kommen und diente in den vergangenen Jahren speziell der Erhaltung der Lambertsmühle in Burscheid. Im Jahr 2016 erfolgte nun eine Erweiterung zur „Stiftung Historische Mühlen“, die bundesweit die Restaurierung historischer Mühlen aller Kategorien unterstützen möchte. Sie ist eine von 230 Treuhandstiftungen unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und als Gemeinschaftsstiftung kann ihre Fördergemeinschaft von jedermann durch Zustiftung und Spenden erweitert werden. Hinweise zu Spendenmöglichkeiten und weitere Informationen findet man unter:      ►    https://www.denkmalschutz.de/historische-muehlen

Wir danken der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos und für wichtige Hinweise. Frau Rottmann steht als zuständige Referentin unter E-Mail: Kathleen.Rottmann@denkmalschutz.de  gern für Rückfragen zur Verfügung.


 

  Zum jahresende 2017


Liebe Mühlenfreunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

 im Namen des gesamten Vorstandes des Rheinischen Mühlenverbandes e.V. wünschen wir Ihnen, Ihren Familien und Freunden eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in neue Jahr 2018!

Für die Treue und Unterstützung und das uns entgegen gebrachte Vertrauen im zu Ende gehenden Jahr bedanken wir uns ausdrücklich bei Ihnen. Lassen wir den gegenseitigen Respekt, die Achtung vor einander und den ehrenamtlichen Einsatz auch im neuen Jahr Grundlage und Richtlinie für die gemeinsame Arbeit zum Wohle unserer Mühlen und Mühlenfreunde sein.

Die Aufgaben und Ziele unseres Verbandes können wir nur gemeinsam bewältigen und erreichen. Pflege und Erhaltung der Mühlenlandschaft und die Weitergabe der kulturhistorischen Bedeutung der Mühlen für die Gesellschaft sind unser aller Unterstützung wert.

Auch die Wertevermittlung über unsere Mühlen an die jüngere Generation ist eine wichtige Aufgabe. Begrüßenswert wäre es insbesondere, wenn wir junge Menschen für unsere Themen gewinnen ja vielleicht sogar insoweit begeistern könnten, sie zur aktiven Mitarbeit im Verband oder sogar im Vorstand zu motivieren.

Dies wäre auch eine gute und zukunftsorientierte Grundlage für eine kontinuierliche Erhaltung und Weiterentwicklung unseres Verbandes um den Anforderungen in einer immer digitaler und hektischer werdenden Gesellschaft gerecht zu werden.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen, dass Ihre Wünsche und Ziele für das kommende Jahr in Erfüllung gehen mögen. Vor allen Dingen gute Gesundheit.

Es grüßen Sie ganz herzlich aus dem Rathaus der Mühlenstadt Wegberg mit unserem traditionellen Müllergruß „Glück zu“

Wegberg, im Dezember 2017

Reinhold Pillich                                                                                           Lothar Esser  
Vorsitzender Geschäftsführer                                                                    Geschäftsführer

 

  Freudenschere für Weltkulturerbe

Wie vielen Mühlenfreunden bekannt ist, kann der Windmüller mit der Stellung der Flügel bei Stillstand bestimmte weithin sichtbare Zeichen an seine Kunden und Nachbarn signalisieren. So werden Arbeitspausen, Reparaturen, freudige Ereignisse und Trauerfälle mitgeteilt, die auch trotz lokaler Besonderheiten der Zeichensprache doch weitgehend allgemein verständlich sind bzw. früher waren. Seit dem 8.12.2017  steht nun das Flügelkreuz der Eltener Mühle in Freudenschere, das heißt, der untere Flügel steht links am Mühlenfuß (eingehend), im Trauerfall stünde er rechts (ausgehend).
Aber was ist der Grund für die Freude in Elten? Nun, die Eltener Mühle ist geographisch, historisch und personell sehr eng mit den Niederlanden verbunden und daher auf schnellstem Weg informiert über die Ereignisse in Südkorea am 07.12.2017. Wie auch auf dieser Seite (weiter unten   2015  Mühlenhandwerk Niederlande UNESCO-Antrag) berichtet wurde, hat im Jahr 2016 Frau Bussemaker, Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Niederlande, mit Hilfe der niederländischen Mühlenvereinigungen die Anerkennung des Müllerhandwerks als immaterielles Kulturgut bei der UNESCO beantragt. Dem Antrag beigefügt war ein Kurzfilm  (►  Link)  mit zahlreichen Portraits von Mühlen und Müllern. Auf der 12. Tagung des Zwischenstaatlichen Komitees für die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes in Jeju, Südkorea wurde nun das Handwerk der Müller auf Wind- und Wassermühlen in die UNESCO-Liste aufgenommen. Wenn das kein Grund zur Freude ist! Auf jeden Fall bei den Vrijwillige Molenaars (►  Link), deren Wimpel auch hoch an der Eltener Mühle vor grauem Winterhimmel strahlt.
Den Mühlenfreunden in den Niederlanden gebührt Dank und Anerkennung und unsere herzliche Gratulation zum Erfolg.



Foto: Frank Heeren, Elten


Foto: Frank Heeren, Elten

 

  Mühlenkalender 2018

Unser Verbandsmitglied Michael Jäger ist Hobby-Fotograf und erstellt u.a. professionelle Wandkalender. Darunter befindet sich auch eine Ausgabe mit den schönsten Windmühlen am Niederrhein sowie ein Kalender mit Wassermühlen im Schwalmtal. Weitere Details sind unter der Webseite ► www.mitifoto.de zu erfahren. Die Kalender sind in verschiedenen Formaten lieferbar und werden auf Bestellung gedruckt mit aktuellem Kalendarium. Der Bezug erfolgt über die Firma Calvendo Verlag (►  Link) oder über den Buchhandel.










Foto © Michael Jäger










Foto © Michael Jäger

   

  Rheinlandtaler für Josef Jörissen

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) vergibt seit 1976 als Anerkennung für besondere Verdienste um die rheinische Kultur den Rheinlandtaler. Dazu zählt unter anderem ein ehrenamtliches bedeutsames Engagement im Bereich der Denkmal- und Bodendenkmalpflege, der Archiv-, Mundart-, Museums-, Heimat- und Landespflege. Am 04.07.2017 wurde im Rathaus Bedburg-Hau in öffentlicher Feierstunde der Rheinlandtaler an Josef Jörissen verliehen, der Vorstandsmitglied des Rheinischen Mühlenverbands e. V. ist. Mit der Auszeichnung würdigt der LVR vor allem seine Vorstandsarbeit im „Kreisverband Kleve für Heimatpflege e. V.“ und sein vielseitiges Engagement für z.B. die Aktion „Offene Gartenpforte“, besondere Baumpflanzaktionen und die ständige Teilnahme seines ehemaligen Wohnortes Louisendorf am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

In ihrer Laudatio hob Frau Karin Schmitt-Promny, stellvetretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, auch besonders Jörissens Bemühungen um die Erinnerung an den Pfälzer Dialekt in der Sprachinsel am Niederrhein zwischen Kleve, Kalkar und Goch hervor sowie die Förderung des Archives des Louisendorfer Chronisten Jakob Imig. Die vielseitigen Tätigkeiten Josef Jörissens, der auch eine fast 300-seitige Chronik für den „Kreisverband Kleve für Heimatpflege e. V.“ verfasst hat (s. die Seite Der Verband/Geschichte’ ) ließen die Laudatorin nach treffenden Bezeichnungen für ihn suchen, wie ‛Universalschützer’, ‛All-Kulturpfleger’ oder ‛Sich-um-alles-Kümmerer’. Besonders als Letzterer ist er auch im Rheinischen Mühlenverband seit seiner Gründung 1993 als langjähriger Geschäftsführer bekannt, weshalb wir uns den Glückwünschen herzlich anschließen.



(Foto: Theo Nilgen)

 

 

 

  

  Engagierter zukünftiger Jungmüller sucht Unterstützung

Herr A. Dähne wohnt in der Nähe von Karlsruhe und nimmt an einem Wochenend-Seminar zur Ausbildung zum freiwilligen Müller bei der VHS in Diepholz teil  ( Link)  , wo noch ein oder zwei Plätze frei sind. Der Kursus hat gerade begonnen, der 2. Termin ist am 23.09.17. Herr Dähne sucht einen Mitstreiter, der mit ihm in einer Fahrgemeinschaft zumindest einen Teil der langen Anfahrt und Kosten teilt. Kann ihm jemand helfen?

Seine Adressdaten sind über das Kontaktfeld dieser Webseite zu erfahren.


  Erhalten, was zu erhalten ist, . . .

Auf der Jahrestagung des Rheinischen Mühlenverbandes am 04.03.2017 in Hamminkeln-Dingden hat Herr Rechtsanwalt Dipl.-Ing. Axel Meyer einen Fachvortrag gehalten zu bauphysikalischen Problemen und Erhaltungsmaßnahmen an steinernen Windmühlen. Herr Meyer hat die Thesen seines Vortrages in nachfolgendem Aufsatz zusammengefasst und zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Rechtsanwalt Dipl.-Ing. AXEL MEYER
Erhalten, was zu erhalten ist,
Ändern was geändert werden muss
Realistisch hoffen, was wir romantisch vorfinden

Die Mühle beflügelt unsere Sinne, oft als Wahrzeichen, als mächtiges Bauwerk, das alle dörflichen Häuser der Höhe nach überflügelt, uns erleben lässt, dass Energie durch rauschendes Drehen großer Flügel geschmeidig erzeugt wird.

Was wir technisch vorfinden:
Ein konisch geformtes Bauwerk, das durch seine Massivität und eigenwillige zylindrische Form sich von allen anderen umgebenden Bauwerken absetzt.

Daraus erwachsen bauliche Probleme

Je größer die Außenhautfläche ist, desto mehr ist sie der Witterung ausgesetzt. Schlagregen, Schnee und Wind greifen die bauliche Substanz, Holz oder Stein an.

Holz kann diesen Naturkräften besser widerstehen, da die Struktur des Holzes offenporig und daher Wasseraufnahme und -abgabe bereit ist und eine gewisse Elastizität aufweist.
Der künstlich hergestellte Klinker besteht aus hart gebranntem Lehm/ Ton/ Tonsandgemischen, die seinerzeit massenmäßig nur grob aufeinander abgestimmt wurden, sodass äußere wie auch innere Hohlräume entstehen und bis heute vorhanden sind.
Die Klinker besitzen eine harte kaum wasseraufnehmende Außenhaut, dennoch entstehen beim Trocknungs- und Brennvorgang des Steines kleine Haarrisse, die Wasser sehr wohl in das Innere des Steines transportieren können und sich in den Hohlräumen sammeln.
Im Sommer ist dies für die Klinker unproblematisch, da das so gesammelte Wasser problemlos als Wasserdampf wieder auf Grund der Sonnenerwärmung austreten kann.
Bereits im Herbst findet dieser automatische Austrocknungsprozess nicht oder nicht ausreichend statt.
Restfeuchte verbleibt insbesondere im Stein. Dieses führt bei Frosttemperaturen zu einer Vereisung dieser Wasserdepots im Stein.
Gefriert Wasser dehnt es sich aus und wenn es keinen Raum zur Vergrö
ßerung des Wasservolumens hat, entwickelt der Gefriervorgang eine Absprengwirkung der umliegenden Steinsubstanz.
Handelt es sich um vorübergehenden leichten Frost, wird nur die unmittelbare Umgebungsstruktur der Wasserdepots zerstört und zerbröselt.
Es entstehen dadurch größere Wassersammelstellen, die bei nächstem Frost, problemlos größere Kräfte und Absprengungen entfalten können.
Selbiges kann man auch bei hoher Durchfeuchtung und anhaltendem Frost sofort bei der Mühlen -Klinkeraußenhaut feststellen.
Entweder reißt der Stein, er setzt sich von der Fuge ab oder aber die Sprengungswirkung führt zur Abspaltung der Steinoberfläche mit der Folge, dass die hochgebrannte und größtenteils wasserabweisende Außenhaut zerstört wird.
Die natürliche Außenhaut des Klinkers ist unwiederbringlich zerstört.  

Reparatur oder Wiederherstellung 
1. Die eigentliche Steinerosion ist im Prinzip nicht aufhaltbar.
Durch die Freilegung der Kapillaren, durch das Fehlen der Außenschale wird die Kapillarstruktur des Klinkers immer weiter durch den gleichen Vorgang tiefer und breitflächiger zerstört. Die stets im Herbst und Winter verbleibende Feuchtigkeit führt ggf. zur gänzlichen Zerbröselung des Klinkers.
Ein Austausch der geschädigten Klinker wird dann unweigerlich erforderlich, um die statische Substanz der Außenschale zu erhalten. 

2. Es gibt die Möglichkeit diesen Prozess zu verlangsamen. Prophylaktisch kann der Klinker zu einem Zeitpunkt nur geschützt werden, wenn die Außenschale im Wesentlichen erhalten und allenfalls der Klinker mit Haarrissen durchzogen ist.
Der Klinker kann zusammen mit der Fuge hydrophobiert werden.
Eine hydrophobierte Behandlung eines Klinkers hat die Wirkung eines vorübergehenden Schutzmantels.
Vorübergehend deswegen, da auch die sachgerechte Aufbringung von hydrophobem Material mit der Zeit von der Witterung auch wieder abgetragen wird und sodann die Kapillaren offen der Witterung ausgesetzt werden.
Bis dahin sorgt die sorgfältige und lückenlose Aufbringung des hydrophoben Materials dafür, dass weitestgehend ein Feuchtigkeitsschutz besteht und Regenwasser nicht ungehindert in die offenen Kapillaren eindringen kann.
Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Risse in der Fuge und dem Klinker nicht größer als 1 mm sind, da das hydrophobe Material nicht größere Rissbreiten flexibel überbrücken kann.  

Wegen der starken Bewitterung eines Mühlenstumpfes muss spätestens alle 5 Jahre diese Prozedur wiederholt werden, um die oben bezeichnete Wirkung der Wasserabweisung zu erreichen.

3. Einschlämmen des Klinkers mit transparenter dauerelastischer Haut

Soweit der Stein vorgeschädigt ist, dergestalt, dass die hydrophobe Behandlung des Steines nicht mehr technisch sinnvoll ist, können der Stein und die Fuge mit einer transparenten Schlämme behandelt werden.
Eine Vorbehandlung in Form einer Entsalzung ist wichtig, um eine homogene Verbindung zwischen Schlämme und Stein herbei zu führen.
Der Auftrag der Schlämme muss sorgfältig, flächendeckend und besonders lückenfrei erfolgen, da soweit ersichtlich dieses Material nicht atmungsaktiv wie das hydrophobe Material ist, sondern eine geschlossene Schicht darstellt, die die vorhandene Feuchtigkeit nicht durch Sonnenausstrahlung ausdiffundieren lässt.
Die Feuchtigkeit kann und muss ausschließlich nach innen durch Kondenstrockner abgefangen werden, damit Restfeuchte sich nicht hinter der Schlämme sammelt und die Schicht durch Dampfdruck anhebt und punktuell aufbläht, oder durch Frosteinwirkung abgesprengt wird.
Selbiges würde passieren, wenn die Beschichtung lückenhaft ausgeführt wird.
Die unangenehme Seite ist, dass die „Sanierung“ nicht für die Ewigkeit hält und vor allem das diese Art der Sanierung zu einem unnatürlichen Glanz des Klinkers führt. 

4. Putz als 2. Haut

Ein weiterer Weg der Eindämmung der Erosion ist die sachgerechte Ummantelung des Mühlenstumpfes mit armiertem Putz. Die Säuberung des Mauerwerks und die Entsalzung ist sicherlich auch hier Voraussetzung für einen Erfolg.
Unabhängig davon, dass das Aussehen der Mühle sich extrem verändert, ist diese Sanierung gerade in Hinblick auf Haltbarkeit, dem Wechsel der Witterung und einem guten Schutz der tragenden Substanz neben dem stetigem Auswechseln von zerstörten Klinkern die sicherste Form der Sanierung, da die 2. Haut einen Puffer für alle „Angriffe“ auf dem Klinker darstellt.
Einziges Problem dürfte die Veralgung oder Vermosung der Putzfläche sein, die aber durch regelmäßigen Auftrag durch hydrophobes Material verhindert werden kann.  

5. Verschieferungen

Gleichwertig dürfte allenfalls die Verschieferung oder die Einkleidung mit Zinkblechen sein.
Damit wird allerdings ein neues architektonisches Bauwerk geschaffen, welches vielleicht dem Denkmalschutz ggf. nicht gefallen wird.
Dieser muss allerdings sich klar vor Augen führen, ob er das Gebäude grundsätzlich erhalten will oder nicht. Dann müssten auch die Schutzmaßnahmen flexibel gestaltet werden können.  

6. Was ist rechtlich zu beachten

Vergeben Sie Aufträge stets mit einer bestimmten Zielsetzung. Z.B.:

„Die Sanierung muss für den Mühlenstumpf einen bleibenden Schutz gegen Feuchtigkeit bilden. AN haftet für diese Funktion des Mühlenmantels.“

Soweit Sie sich auf eine bestimmte Art der Sanierung einlassen, müssen Sie bei verbleibenden Schäden nachweisen, dass die Beratung durch den Unternehmer unzureichend war, was manchmal sehr schwer sein dürfte.
Bei der funktionalen-also Zielbeschreibung trägt der Unternehmer das Risiko der sachgerechten Sanierung.  

Köln, den 25.05.2017
Rechtsanwalt Dipl.-Ing. Axel Meyer
Geschäftsführender Gesellschafter
der RA Meyer~ Giesen GbR, Köln  
 


 

 Werkstattgespräch Wassermühlen 2017

Die EnergieAgentur NRW (Netzwerk Wasserkraft) bietet in Zusammenarbeit mit der "Mühlenregion Rheinland" des Landschaftsverbandes Rheinland und dem Rheinischen Mühlen-Dokumentationszentrum e. V. eine zweitägige Veranstaltung an zum Thema "Wasserkraftnutzung an historischen Mühlenanlagen. Es soll ein regionaler fachlicher Gedankenaustausch sein, der eine Besichtigungstour zu ausgewählten Wasserkraftanlagen im Bergischen Land (von Köln aus, 27.04.) umfasst sowie eine Vortragsveranstaltung am 28.04. in Haus Düsse in Sassendorf. Die Teilnahme ist kostenfrei, Übernachtung und Frühstück sind aber selbst zu finanzieren. Einzelheiten sind dem Flyer Werkstattgespräch zu entnehmen.

  Flyer Werkstattgespräch

 

 

   Jahrestagung 2017 des RMV in Hamminkeln-Dingden

       -   Mitgliederversammlung in Hamminkeln
       -   Mühlenverband sucht Archivräume
       -   Standort in Geldern nicht zu nutzen
 

Von MICHAEL SCHOLTEN

Im nächsten Jahr wird die Herrlichkeitsmühle in Issum 250 Jahre alt. Grund genug für den Rheinischen Mühlenverband, seine Mitgliederversammlung am 3. März 2018 in Issum auszurichten. Dann feiert auch der Verband sein 25-jähriges Bestehen, der 1993 mit dem Ziel gegründet wurde, die Wind- und Wassermühlen in der Region zu erhalten und zu erforschen. Die jüngste Versammlung fand jetzt im Gasthof Küpper in Hamminkeln-Dingden statt.

Gastgeber war Mühlenbesitzer Ulrich Knorth, der die Gäste später auch durch seine Industriemühle in Wertherbruch führte. Knorth wurde außerdem zum Kassenprüfer gewählt. Er komplettiert das Team um den 1. Vorsitzenden Reinhold Pillich, der bei den Vorstandswahlen einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde. Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski hob in seinen Grußworten den historischen und touristischen Wert der Mühlen in Hamminkeln und seinen Ortsteilen hervor.

Auf großes Interesse stieß der Fachvortrag des Diplom-Ingenieurs und Rechtsanwalts Axel Meyer über die Anfälligkeit des Mauerwerks vieler Mühlen. Durch die konische Bauform und die künstlich angeschütteten Mühlenberge sei es oft eine Herausforderung, den unteren Bereich vor Feuchtigkeit zu schützen, zumal denkmalpflegerische Auflagen des Landeskonservators erforderliche Umbauten erschweren. Mühlenexperte Paul Wissing veranschaulichte am Beispiel der Reeser Scholten-Mühle, wie sich mitunter Kompromisslösungen finden lassen, die den Verfall des Mauerwerks stoppen können.

Referent Axel Meyer will seinen Beitrag schon in naher Zukunft auf der Internetseite unter www.rheinischer-muehlenverband.de bereitstellen.

Der 1. Vorsitzende Reinhold Pillich bat die Mitglieder, Vorschläge für einen neuen Standort des verbandseigenen Mühlenarchivs einzureichen. Nachdem die bisherigen Räume in Geldern nicht mehr genutzt werden können, fehlt es dem Rheinischen Mühlenverband an einem 15 bis 20 Quadratmeter großen Raum, der trocken und frostfrei sein muss und im Idealfall über einen eigenen Zugang verfügt. "Wir brauchen eine zentrale Anlaufstelle", betonte Geschäftsführer Lothar Esser und bat die Mitglieder, in ihren Gemeinden zu ermitteln, ob dort ein Archivraum "kostenneutral oder kostenschonend" zu bekommen sei. 

Lothar Esser überraschte die Versammlung mit der Nachricht, dass sein Wohnort Wegberg nun offiziell zur "Mühlenstadt Wegberg" ernannt worden sei. Das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen (MIK NRW) habe den entsprechenden Antrag bewilligt. Inzwischen verwende die Gemeinde Wegberg nur noch neues Briefpapier, in dessen Logo ein markantes Mühlenrad zu sehen sei.

 


Der 1. Vorsitzende Reinhold Pillich (links), und Geschäftsführer Lothar Esser präsentierten das Plakat für den Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, 5. Juni.

(Foto: Rheinischer Mühlenverband)

Quelle: RP, 14.03.2017; mit freundlicher Genehmigung der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, Redaktion Emmerich. 

 

      Jahreshauptversammlung  

HAMMINKELN Der Rheinische Mühlenverband trifft sich am Samstag, 4. März, zur Jahreshauptversammlung im Gasthof Küpper, Weberstraße 21, in Dingden. Um 11 Uhr begrüßen der Vorsitzende Reinhold Pillich und Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski mehr als 50 Mühlenbesitzer und Mühlenführer. Gegen 14 Uhr haben die Gäste aus dem gesamten Rheinland dann die Wahl zwischen 2 Führungen.

Führung Nr. 1 durch die 1903 erbaute Industriemühle in Wertherbruch, die Ulrich und Antje Knorth in mehreren Jahren renoviert und ausgebaut haben.

Führung Nr. 2 eine Besichtigung der spätgotischen Wertherbrucher Kirche Der Rheinische Mühlenverband wurde 1993 mit dem Ziel gegründet, die Wind- und Wassermühlen in der Region zu erhalten und zu erforschen. Aktuell zählt der Verband circa 145 Mitglieder.

 

    

  Bericht aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM)

Auf der Jahresauftaktveranstaltung des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) am 20./21. Januar 2017 in Petershagen-Frille hat unser Vorsitzender Reinhold Pillich als Mitglied im Vorstand der DGM die Interessen unseres Landesverbandes erfolgreich vertreten.

Danach ist der Beschluss der DGM-Jahrestagung vom 03.-05. Juni 2016 in Bad Salzungen in Hessen über die Erhebung einer Teilnahmegebühr am Deutschen Mühlentag für alle teilnehmenden Mühlen erst einmal zurück genommen worden.

Bereits auf der Jahrestagung 2016 in Hessen hatte unser Vorsitzender sich gegen die Erhebung einer solchen Teilnahmegebühr am Deutschen Mühlentag von mindestens 5 € je teilnehmender Mühle ausgesprochen. Der Vorstand und anschließend das Plenum hatten aber anders votiert.

In der Zwischenzeit haben sich aber mehrere Landesverbände der ablehnenden Haltung angeschlossen, so dass auf der Vorstandssitzung am 21.01.2017 eine andere Beschlusslage herbeigeführt werden konnte, die aber noch auf der nächsten Tagung der DGM vom 23. bis 25. Juni in Hamburg zu bestätigen sein wird. Bis dahin soll an alternativen Lösungsansätzen gearbeitet werden. Für den Mühlentag 2017 bedeutet das aber eindeutig, dass keine Teilnahmegebühr erhoben wird.

Außerdem sind die Mühlen, die nicht einem Landesverband angehören, dennoch über die DGM am Deutschen Mühlentag mit versichert, wenn sie über den Landesverband gemeldet werden. Die Anmeldung beim RMV muss per Formular erfolgen.

Die Plakate für den Mühlentag 2017 sind fertig und können beim RMV oder den Vorstandsmitgliedern abgeholt oder angefordert werden. Außerdem liegen sie zur Mitnahme auf unserer Jahrestagung am 04.03.2017, zu der noch separat eingeladen wird, bereit.

Der DGM-Vorstand hat ebenfalls eine neue Internet-Seite beschlossen, die im neuen Design und anspruchsvoller Gestaltung unter www.muehlen-dgm.de ab sofort freigeschaltet ist.

Wir würden uns freuen, Sie auf unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am 04.03.2017 in Hamminkeln-Wertherbruch begrüßen zu dürfen und wünschen bis dahin ein gute Zeit.

Glück zu!

Der Vorstand

Lothar Esser

Geschäftsführer

 

  

    Der Rheinische Mühlenverband e. V. sucht neue Räume

Zur Unterbringung unseres Mühlenarchivs und der Bestände für Mühlenausstellungen suchen wir einen oder mehrere Räume. Benötigt werden ca. 20-30 m², in denen die Artikel trocken und frostfrei lagern können. Sollte die Möglichkeit bestehen, die Räumlichkeit unseren Mühlenfreunden und Interessierten zugänglich zu machen, hätten wir einen neuen Anlaufpunkt, den wir wie früher anbieten könnten.

Wer kostenfrei Räume anzubieten hat, kann sich gern mit den Mitgliedern des Vorstandes oder der Geschäftsstelle in Verbindung setzen.

 

 

 

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 2016  Mühlentag im Rheinland

  2016  Scholten-Mühle online

  2016  Segeltuch-Verkauf Vehlingen

  2015  Mühlenhandwerk Niederlande UNESCO-Antrag

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►  2015  DGM-Jahrestagung Wegberg

►   2015  Nachruf Dr. Hans Vogt

  2015  Mühlenbroschüre Wegberg - Leudal

    2014  Neue Windmüller in Kalkar

     2013  Mühlenausstellung in Wegberg

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    2012  Neuauflage "Kleine Mühlenkunde"

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